Batist

Der Batist ist ein sehr dünnes und leichtes, eher rund eingestelltes Leinwandgewebe, dass dennoch hohe Fadendichten aufweist. Er ist trotzdem, dass er sehr dünn ist, ein sehr stabiles Gewebe. Der Stoff ist sehr fließend und fällt weich und gleitend. Durch diese Eigenschaften wird er hauptsächlich für Kleider oder Blusen verwendet. Das Gewebe Batist ist ausschließlich nur aus Naturfasern – Hauptsächlich Baumwolle, Leinen und Seide – gemacht.

Biber

Die Stoffqualität des Bibers ist ein kettverdichtetes Leinwandgewebe, welches nach dem Weben noch einen weiteren Verarbeitungsschritt unterliegt. Dieser Schritt nennt sich das Walken. Die Oberflächen des Gewebes werden mittels Tüchern oder Gummiwalzen aufgeraut, sodass Fäden aus dem Gewebe herausgelöst werden und eine vliesartige Oberfläche erzeugen. Durch dieses Verfahren erhält das Gewebe einen besonders weichen Griff. Das Gewebe Biber ist auch unter dem Namen Flanell bekannt.

Brokat

Ein Brockatgewebe ist ein fein gemustertes Atlasgewebe, welches immer aus reiner Seide besteht. Sie sind stets von Gold- oder Silberfäden durchzogen und stark gemustert. Diese Gewebe sind reine Schmuckgewebe (also Schussgewebe), die nur für hochwertige Bekleidung oder Heimtextilien verwendet werden. Dieser Gewebetyp ist schussseitig. Das bedeutet, dass das rückseitige Muster das Negativ zu dem auf der Schauseite ist.

Changeant

Ein Changeant ist ein Gewebe, dessen Kett- und Schussfäden aus zwei unterschiedlich glänzenden Farben. Durch das Verkreuzen der Fäden erscheint das Gewebe je nach Lichteinfall in der einen oder in der anderen Farbe und wechselt sozusagen die Farbe.

Chenille

Ein Chenillegewebe ist eine sehr spezielle Form eines Textils. Es wird in zwei Stufen hergestellt. In der ersten Stufe werden Naturfasergarne auf einem Webstuhl verwebt. Die Kettfäden sind so in den Webstuhl eingezogen, dass nach ein Paar Fäden eine größere Lücke gelassen wird. So kommen bei 100 Kettfäden etwa 200 bis 300 Lücken. Nach dem Webprozess werden entlang der Lücken die Schussfäden aufgeschnitten, sodass sehr schmale Streifen entstehen. An den Seiten der Streifen stehen die aufgeschnittenen Schussfäden fransenartig ab. Im zweiten Schritt werden eben diese Streifen in einen speziellen Webstuhl eingezogen, der sie dann verwebt. Dadurch entsteht ein Gewebe mit veloursartiger Oberfläche. Solche Gewebetypen sind immer schwere und strapazierfähige Qualitäten, die im Mantelstoffbereich oder Heimtextilbereich verwendet werden.

Chiffon

Chiffon ist ein sehr dünnes und sehr leichtes Gewebe bestehend aus Seide oder Kunstseide. Diese Gewebe sind transparente Leinwandgewebe. Chiffonstoffe sind stets einfarbig und haben einen leicht sandigen Griff, da die verwendeten Garne unterschiedliche Drehrichtungen aufweisen und dadurch minimal rau wirken. Dennoch ist der Effekt nicht so stark, wie bei Creppgarnen. Dieser Typ des Gewebes wird für fließende und leicht fallende Kleider, Blusenstoffe oder Nachtwäsche verwendet.

Cord

Das Textil Cord gibt es im Bereich der Gewebe, so wie in dem der Maschenware. Gewebecord wird mittels eines sehr voluminösen Schussfadens und eines sehr dünnen Kettfadens hergestellt. Der Schussfaden wird in Schlaufen gelegt und bauscht durch ein Volumen auf. Die speziellen Streifen des Cords entstehen durch die Bindung des Gewebes. Die Bindung ist eine abgewandelte Ripsbindung. Es gibt die Möglichkeit, die Schussfadenschlaufen aufzuschneiden. Schneidet man sie auf, so ist es „offener Cord“ - oder auch Velours genannt; bleiben sie geschlossen, so ist es „geschlossener“ Cord. Maschencord erfolgt nach dem selben Herstellungsprinzip, wie der Gewebecord, nur dass die Basis eine Einfadenmaschenware ist. Hier werden ebenfalls zusätzliche Schussfadenschlaufen eingetragen, die nach dem Abschlagen der Masche aufgeschnitten werden – oder eben nicht – und geschlossen bleiben. Cordgewebe werden vor allem im Bekleidungsbereich oder im Polsterbereich verwendet.

Crepp

Creppgewebe generell sind feine fließende Gewebe mit krauser und körniger Oberfläche. Dieser Effekt entsteht durch spezielle Modifizierungen der Garne oder der Bindung. Es wird unterschieden in den „echten“ und den „unechten“ Crepp. „Echter“ Crepp wird die Oberflächenstruktur ausschließlich über die Überdrehung der Garne erzeugt. Das bedeutet, dass die Garne bei deren Herstellung eine so große Drehung bekommen, dass sie beginnen zu meiseln. Meiseln ist das eigenständige in sich selbst Verschlingen und Verdrehen eines Garnes bei zu hoher Spannung. „Unechter“ Crepp wird über die Bindung oder Ausrüstung erstellt. Bindungscrepp entsteht durch unterschiedliche Fadenspannungen und Bindungen ohne jegliche Regelmäßigkeit. Bei Ausrüstungscreppgeweben wurden die verwendeten Garne über Additivverfahren so modifiziert, dass die Garne eine texturierte Oberfläche erhalten haben.

Damast

Damastgewebe sind Jacquardgewebe, die stark gemustert sind. Das Besondere an diesem Gewebetyp ist, dass das Muster nicht durch eine Bindung entsteht, sondern durch einen Bindungswechsel. Damastgewebe haben stets einen einfarbigen Untergrund und das Muster ist farblich abgesetzt. Beide Bindungen – die des Untergrundes und die des Musters – sind beides Atlasbindungen, die sich deutlich unterscheiden und somit eine anderes Strukturbild erzeugen. Damastgewebe werden hauptsächlich für Polsterstoffe und im Bereich der Heimtextilien eingesetzt.

Duchesse

Duchessgewebe sind großrapportige Atlasgewebe aus Seide oder Chemiefasern. Diese Gewebe sind sehr leicht, fallen aber dennoch schwer. Sie glänzen stark und und haben eine sehr gleichmäßige Oberflächenstruktur, da die Bindepunkte des Atlas über den Rapport vollflächig verteilt sind. Duchessestoffe werden vor allem durch ihre Reißfestigkeit im Abendbekleidungs- und Mantelstoffbereich verwend

Frottee

Frotteegewebe werden rein für Handtücher verwendet. Frotteebindungen sind Leinwandgewebe, in die Fadenschlaufen integriert sind. Diese werden auch nicht aufgeschnitten. Die Herstellung ist im Prinzip ähnlich zu der des Cords, nur dass die Schlaufen des Frottees viel größer sind, als die des Cords. Die Richtungen in welche die Schlaufen abstehen sind nicht einheitlich, sondern unregelmäßig wirr. Frotteegewebe sind die günstige Variante zu den Frottierwaren.

Frottier

Frottiergewebe werden auf exakt dem selben Weg, wie Frotteegewebe hergestellt. Sie unterscheiden sich nur in einem einzigen Punkt: die Schlaufen des Frottiergewebes stehen alle in die selbe Richtung ab. Dies ist der Grund, weshalb Frottierware hochwertiger ist, als im Vergleich zu Frottee. Die selbe Ausrichtung der Schlaufen erhält man durch eine bestimmte Drehweise der Zwirne, die für das Frottiergewebe verwendet werden.

Gabadin

Der Gabadin ist ein Köper oder Atlasgewebe mit kettverdichteter Einstellung, der eine sehr deutliche Diagonalstruktur aufweist. Er ist eine schwere Stoffqualität und wird deswegen hauptsächlich für Mantelstoffe eingesetzt.

Glencheck

Ein Glencheckgewebe weist ein spezielles kariertes Muster auf. Diese Musterung ist jedoch besonders, da es nicht über die Bindung hergestellt wird. Das typische Glencheckmuster wird über die Kettfadeneinzüge und Schussfadeneinträge erzeugt. Die Fäden werden in unterschiedlichen Farben und Fadenzahlen nacheinander abwechselnd eingezogen bzw. eingetragen. So können durch Verkreuzungen der Fäden Farbmischungen erzielt werden, die eigentlich gar nicht Vorliegen. So wird aus einer Basis von Blauen und Gelben Garnen bei deren Überlagerung ein Grün daraus. Der Glencheck wird durch die Musterungsmöglichkeiten vor allem im Bereich der Bekleidung verwendet.

Jacquard

Jacquardgewebe sind großflächig gemusterte Gewebe. Diese Muster können nur auf Jacquardwebstühlen erzeugt werden, da sie viel größere Rapporte, als gewöhnliche Gewebemuster besitzen. Der Rapport eines Jacquardmusters besteht aus etwa 30 und mehr Fäden, die einzeln gesteuert werden müssen. Dies übersteigt die Realisierung auf den Schaftanzahlen einer gewöhnlichen Webmaschine. Jacquardstoffe sind endle Stoffe, die in ähnlichen Anwendungsbereiche verwendet werden, wie die Damast und Glenchekstoffe.

Organza

Ein Organzagewebe ist sehr ähnlich zu Chiffon. Die Bindungsart und die bindungstechnischen Eigenschaften sind genau gleich. Der einzige Unterschied besteht im Griff. Organza ist trotz der Leichtigkeit sehr steif, fest und hart. Dies liegt daran, dass der originale Organza aus Rohseide besteht, die noch nicht entbastet worden ist. Das bedeutet, dass der sich auf dem Endlosfilament befindende Seidenleim noch nicht entfernt worden ist. Dieser Film macht die Faser steif und weniger biegsam. Organzastoffe werden hauptsächlich im Dekorationsbereich verwendet.

Pique

Der Pique wird auch Waffelbindung genannt. Hierbei erfolgt die Bindung immer nach dem selben Prinzip, welches nur an die Größe des gewünschten Rapportes angepasst wird. Nach einem bestimmten Schema werden Fäden gezielt übereinander geschoben, sodass eine Dreidimensionalität entsteht. Der Zweitnahme des Piques ist entstanden, da die Bindung aussieht wie eine Waffel. Der Pique wird hauptsächlich im Bekleidungs- und Heimtextilienbereich verwendet.

Popeline

Der Popeline ist eine kettverdichtete Leinwandbindung, die aus allen Fasermaterialien gemacht sein kann. In den häufigsten Fällen werden für diese Stoffqualität keine reinen Fasergarne verwendet, sondern Zwirne. Durch diese Rohstoffe erhält das Textil zusätzlich eine große Festigkeit. Der Popeline aus Einfachgarnen wird für Hemden- und Blusenstoffe eingesetzt. Verwendet man Zwirne, so finden die Popeline schon in den wärmeren Bereichen der Kleidung – in Richtung der Mantelstoffe - Anwendung.

Samt

Samtgewebe werden hergestellt wie ein offener Gewebecord, nur dass hier keine Ripsbindung, sondern eine reine Leinwandbindung ist.

Satin

Der Satin ist ein kettverdichtetes Atlasgewebe vor allem mit vielen langen Flottungen, wodurch der Stoff sehr stark glänzt. Dieses Gewebe ist blickdicht, weich, glatt und fällt fließend. Satin wird hauptsächlich im Bereich der Bekleidung und der Dekoration verwendet.

Voile

Der Voile ist fast genau gleich wie ein Chiffon und unterscheidet sich nur in einem einzigen Punkt. Die Bindung des Voiles ist nochmal deutlich feiner und offenporiger, als die des Chiffons. So wird dieser Gewebetyp noch fließender und weicher.

Autorin: Isabel Hofmann, Textiltechnologin, 2018